Donnerstag, 2. September 2010

Etappe 7: Von Singen nach Möggingen

Etappenlänge: 21,76 km, 341 hm

Nach der gestrigen, anstrengenden Etappe steht für heute ein vergleichsweise ruhiger Wandertag auf dem Plan. Man könnte es fast einen Ruhetag nennen.

Um 9.oo Uhr verlassen wir die Pension. Sie gleicht mehr einer verwohnten, leerstehenden, Mietwohnung im 4ten Stock. Wir sind froh, die Nacht überlebt zu haben, irgendwie ist es unheimlich hier. Wir suchen eine Bäckerei mit Stehcafé. Das HTC-Desire erweist sich wieder mal als freundlicher Helfer und lotst uns mittels Google's Maps auf schnellstem Wege dorthin. Milchkaffee, belegtes Baguette und ein süßes Teilchen beruhigen unsere knurrenden Mägen. Der Weg heute ist weniger spektakulär, aber dennoch ganz das Gegenteil von langweilig. Von Singen aus geht es nach wenigen 100 Metern in den Wald. Es geht ca. 9 km leicht bergan. Dann geht's hinunter nach Steißlingen, ein blitzblank geputztes, sauberes Örtchen, mit vielen geschmackvollen Häusern. Man kann deutlich merken, dass wir dem Bodensee näher kommen. Am Ortseingang werden wir auf einen schönen, privaten Hühnerhof mit Teich aufmerksam, auf dem allerlei Tiere herumschwammen und liefen. Wir bleiben stehen und bewundern das kleine Anwesen. Wir kommen mit der Besitzerin ins Gespräch, die gerade mit der Aufzucht eines schwachen Kückens beschäftigt ist. Sie fragt uns über unsere Wanderung. Wir interessieren uns für ihren Kleintierzoo und die Handaufzucht. So erzählen wir sicher 15 Minuten über "Gott und die Welt". Am Ende bekommen wir noch einen guten Tipp für einen romantischen Rastplatz. Es ist ein Badesteg am nahegelegenen See. Die Rast wird uns für die bevorstehende Steigung stärken. Jetzt geht es hinauf zu den Schlosshöfen, an deren Ende sich der Aufgang zur Burgruine Homburg befindet. Wir klettern die Burgruine hinauf bis zur Aussichtsplattform, geniessen die wahnsinnig gute Aussicht auf den Bodensee, die Alpen, die zurückliegenden und erklommenen Vulkankegel und können unser heutiges Ziel in der Ferne erahnen. Es liegt hinter einer Bergkuppe. Ein schmaler Pfad namens Schlosshaldenweg führt wieder hinunter nach Stahringen. In Güttingen, genehmigen wir uns im Stehcafés des Nettomarktes einen Kaffee und ein Stück Kuchen bevor wir das letzte kurze Stück nach Möggingen in Angriff nehmen. Die Ortschaften werden zunehmend ansprechender, je näher wir dem Bodensee kommen. Zuvor ging der Querweg so gut wie nie durch die Zivilisation, jetzt zunehmend mehr.
Wir übernachten in einer privaten Pension bei einer sehr liebenswerten, älteren, alleinstehenden Dame, die nur noch Wanderer aufnimmt, weil das Ihrer Aussage nach, die zufriedensten und freundlichsten Gäste sind. Sie sind genügsam, anspruchslos und freuen sich wenn Sie ein sauberes Bett und ein gutes Frühstück haben. Morgens verlassen Sie zeitig das Haus und sie hat wieder Zeit zum Erholen. Das braucht Sie auch, den letztes Jahr hatte sie einen Herzinfarkt. Trotzdem will Sie auf "Ihre Wanderer" nicht verzichten, denn Sie sorgen auch für gute Unterhaltung und das scheint ihr Lebenselixier zu sein. Die freundliche Dame empfielt uns den Gasthof Adler zum Abendessen. Also nochmal rein in die Wanderlatschen und eine Ortschaft zurück laufen, nach Güttingen. Das Essen war seeehr gut, aber an das von gestern reicht es natürlich nicht heran.

Wir fallen in unsere Kojen und halten nun unseren Schönheitsschlaf.

Gute Nacht und bis morgen

René & Sabine

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